Neuer Workshop

mehr fotografieren, weniger knipsen

Was macht ein Bild aus, das eine Geschichte erzählt? Wann sind Bilderserien wichtiger als Einzelbilder und was will ich mit den Fotos? In dem Workshop sollen neben der Anwendung einfacher Bildgestaltungsregeln und Aufnahmetechnik vor allem die erzählende oder narrative Funktion von Fotos erarbeitet werden. Wer heute ein Selfie macht oder im Urlaub etwas fotografiert, möchte damit etwas mitteilen. Wie man Fotos zu Trägern spannender Geschichten macht, soll in diesem Workshop erarbeitet werden.

 

Bei dem Workshop handelt es sich um ein Wochenend-Seminar am Samstag, 18. März, von 10 bis 16 Uhr, in der Volkshochschule Friedrichshafen. Kosten 39,20 Euro.

Weitere Informationen und Anmeldung hier:

VHS FN

 

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Die Göttliche Komödie

«Ich führe Dich zur Stadt der Qualerkornen,
Ich führe dich zum wandellosen Leid,
Ich führe dich zum Volke der Verlorenen.

Ihn, der mich schuf, bewog Gerechtigkeit,
Mich gründete die Macht des Unsichtbaren,
Die erste Liebe und Allwissenheit.

Geschöpfe gibt es nicht, die vor mir waren,
Als ewige – und ewig daur‘ auch ich.
Lasst, die ihr eingeht, alle Hoffnung fahren.»

So steht es in Dantes Comedia Divina über dem Höllentor. Schaffen die Amerikaner jetzt noch den Weg auf den Läuterungsberg oder gar weiter?

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Christina vor Dante in Florenz

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Rückblick auf den Anfang: Ruhr 2002

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Die Eröffnung des Märchenlandes, das Walt Disney im kalifornischen Anaheim erbauen ließ, war ein Desaster. Der Verkehr staute sich am Nachmittag des 17. Juli 1955 auf zehn Kilometern, zu 6000 geladenen Gästen strömten 28 000 mit gefälschten Tickets. Kreischende Damen blieben mit den Absätzen ihrer Pumps im heißen Asphalt stecken; den Restaurants ging nach wenigen Stunden das Essen aus, Wasserspender versiegten wegen eines Streiks der Handwerker“ – schrieb „Die Welt“ im Jahr 2005.

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Dominic Zehle stellt aus

Mal ein Tipp für einen Kollegen:

Der Friedrichshafener Künstler Dominic Zehle stellt aus. Der Text ist veröffentlicht unter Schwäbische Zeitung Friedrichshafen

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Dominik Zehle stellt aus. Er hat so etwas wie eine Werkschau im ehemaligen Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße 58 aufgebaut, die sonntags von 16 bis 17 Uhr geöffnet ist. Wenn jemand zu anderer Zeit kommen will, muss der Künstler angerufen werden, er wird dann zur Ausstellung kommen und sie öffnen.

Dominik Zehle zeigt Arbeiten aus verschiedenen Jahren, aus verschiedenen Arbeitsphasen und mit unterschiedlicher Technik. Das tut dieser höchst sehenswerten Ausstellung jedoch keinen Abbruch. Er ist als Maler, Bildhauer und Fotograf unterwegs, hat die Arbeiten als „Griff aus dem Topf“ zusammengestellt, und doch durchzieht die Bilderschau ein roter Faden.

Die Bilder erzählen oder initiieren Erzählungen und Geschichten im Kopf des Betrachters. „Immer, wenn Schrift in Bildern zu sehen ist, geht es um das Ende einer Beziehung“, sagt er und offenbart ein Stück seiner selbst – nicht narzistisch, sondern eher reflektierend und analytisch. Dominik Zehle beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen, zeigt Arbeiten, die teils plakativ den digitalen Kommunikationswahn zum Inhalt haben oder die fein und in vielen Schichten ihre Eindrücke tiefgründig hinterlassen.

Der Künstler zeigt auch seine eigenen Schichten, seine Seh- und Sichtweisen auf seine Umgebung und verlagert mit dieser Ausstellung eine Kunstaktion in ein Abrissgebäude, das damit vor seinem Ende noch einen Zweck erfüllt.

(…) Zur Finissage lädt er am Sonntag, 20. November, ebenfalls von 16 bis 17 Uhr ein. Dann gibt es auch Kaffee und Kuchen zu Dominik Zehles Bildern und Skulpturen.

Finissage am Sonntag, 20. November, 16 bis 17 Uhr, im Ex-Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße 58 mit Kaffee und Kuchen.

Den vollständigen Text gibt es hier: Schwäbische Zeitung Friedrichshafen

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Das Konzept für Kuba

Grundsätzliches:

Schuhe sind etwas Persönliches – Privates – Intimes, etwas so Notwendiges wie die Kunst. Schuhe sind Kunst. Schuhe sind Identität, Fetisch, Symbol, Werkzeug. Schuhe sind lästig, aber auch erholsam, einengend, schaffen aber auch Möglichkeiten. Schuhe besitzen vielfältige Charaktere.

Schuhe sind Zeugen von Leid, Verfolgung und Terror. Wenn Menschen verunglücken, in Katastrophen geraten oder auf gewaltsame Weise umkommen, sind es die Schuhe, die liegen bleiben. Es sind die Schuhe, die als Zeugen von Gewalt auftreten. Die Schuhe, die im ehemaligen Zwangsarbeiterlager verrotten und von den ausgebeuteten Menschen zurückgelassen wurden. Oder die von den Faschisten weggeworfen wurden, als die Träger ihr Leben lassen mussten. Schuhe bleiben am Straßenrand liegen, wenn Abschleppwagen die Fahrzeuge wegziehen.

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Schuhe sind auch Statussymbol. Sie zeigen die mitunter nur vermeintliche Position des oder der Trägerin in der Gesellschaft. Schuhe wurden von der Bourgeoisie getragen. Das Proletariat trug sie nur zur Arbeit, Sklaven trugen keine Schuhe.

 

 

Schuhe sind Standeszeichen, auch heute noch. Menschen beurteilen Menschen aufgrund der Güte und Qualität ihrer Schuhe.

Schuhe sind Mode. Sie unterliegen modischen Ansprüchen, werden zu Objekten der Begierde, zu
Schmuck und Kunst am Körper. Sie sind Uniform einer Peergroup – an einem FKK-Strand auf Rügen kam eine junge Frau aus dem Wasser, ging auf dem Campingplatz in ihr Zelt und kam ausschließlich mit ihren dicken Boots bekleidet wieder heraus.

Menschen definieren sich über ihre Schuhe. Sie sind Stigmata einer politischen Haltung, wie sonst könnten Begrifflichkeiten wie „Turnschuhpolitiker“ für die ersten Alternativen Linken und Grünen im Deutschen Bundestag gesellschaftlich definiert werden? Schuhe sind Ausdruck fanatischen Extremismus´ bei den mit Springerstiefeln ausgerüsteten Skinheads. Sie sind Ausdruck einer politischen Ideologie und Lebensweise bei den Menschen, die in „Jesuslatschen“ laufen.

 

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Rot ist die intensivste Farbe des Farbspektrums und am längsten sichtbar. Rot ist die Farbe der Liebe, des Blutes, des Lebens, des Todes, des Krieges, der Revolution, der Macht, der Könige.

Es ist die erste und wahrscheinlich auch die letzte Farbe, die wir sehen.
Rote Schuhe haben eine mystische Bedeutung, sie erzählen Geschichten und enthalten Geschichten. Sie sind Symbol und auslösendes Moment von Phantasie.
Rote Schuhe sind ein Märchen von Hans Christian Andersen, ein Film und ein Ballett. Sie faszinieren aufgrund der Kombination von Farbe und Gegenstand. Sie sind weiblich. Rote Herrenschuhe gelten als extravagant und sind sehr selten anzutreffen, der Papst und Fußballspieler tragen welche.

Rote Damenschuhe tragen das Symbol weiblicher Erotik mit sich. Erotische Reize steigen parallell mit der Höhe der Absätze roter Damenschuhe.
In einer Kunstaktion/Performance und Ausstellung werden rote Schuhe als Spuren hinterlassen, gleichzeitig transportieren ausgestellte Fotografien von roten Schuhen ihre Geschichten an die Präsentationsorte, andere Bilder entstehen dort als endlose Geschichte.
Menschen sollen mit Schuhen umgehen, sie anziehen, darin versuchen zu laufen, sie anfassen und anschauen. Dieser Vorgang wird seinerseits wieder zu Bildern/Fotografien.

Kubanischer Musiker, eine kubanische und eine deutsche Tänzerin werden in die Perfomance einbezogen, in einem Privathaus findet ein Teil der Aktion täglich statt. Weiteres Mitwirken der kubanischen Bevölkerung sind geplant.
Das Laufen als zentrale Tätigkeit, für die die Schuhe produziert wurden, wird mit Mitteln der Malerei festgehalten. Laufen über Farbe, Laufen über Malgrund und das Hinterlassen von Spuren der laufenden Menschen werden Bildinhalte, die im öffentlichen Raum von den Individuen beeinflusst und gestaltet werden.
Mit den Arbeiten und Aktionen wird Privates öffentlich und Öffentliches privat. Es entsteht eine fremde Realität, die symbolischen Handlungen der Kunstaktionen werden visuell reflektiert. Kunst
mischt sich in das Alltägliche ein. Kunst hinterlässt Spuren im öffentlichen Raum, aber auch in der privaten Wahrnehmung durch individuelle Mitwirkung des Einzelnen. Lebensraum wird zum Laboratorium – rote Schuhe dringen in Wohnungen ein, rote Schuhe dringen in das Stadtbild ein und schaffen Quellen für Geschichten, Gedanken und Ideen.
Verfolgt man auf dem Stadtplan die Route der Installationen, so überzieht ein flächendeckendes Netz aus roten Fäden das Stadtgebiet. Dadurch wird eine Psychografie von Räumen sichtbar, in denen Individuen ihre Subjektivität sichern und gleichzeitig einen Teil von sich selbst – den Schuh,
ihre Füße, ihr Laufen – preisgeben.

Die Ausstellung, bei der Ansätze dieses Konzeptes verwirklicht wurden, fand im Januar 2006 zusamen mit der Bochumer Künstlerin Monika Ortmann in Havanna/Kuba statt. Wegen eines Hurricanes Ende Januar 2006 blieb von der Ausstellung nicht mehr übrig. Auch das ist gewisserweise ein künstlerischer Prozess. Andere Künstler setzen bewusst ihre Bilder Wind und Wetter aus.

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Rückblick auf den Anfang

Intention

Die roten Pumps als Symbol für Weiblichkeit, für kreischende Frauen? Rote Pumps oder rote Damenschuhe gelten nicht nur in der westlichen Welt als Symbol für weibliche Sexualität. Diese roten Schuhe, die ich zu den Protagonisten meiner Bilder mache, sind für mich darüber hinaus Symbol einer starken und selbstbewussten Frau. Meine Mutter kaufte sich die Schuhe zusammen mit einem roten Kleid, um zwei Jahre vor meiner Geburt ihrem damaligen Freund den Laufpass zu geben. Danach lernte sie meinen Vater kennen.

„Ralf Schäfer nimmt diese seine oft wie zufällig entstandenen Aufnahmen selbst als Impuls für Geschichten, Sätze, die den Bildern zur Seite gestellt werden, ohne sie zu beschreiben oder intellektuell zu überfrachten. Es geht darum, in Bildern aufgeworfene Gedanken und Vorstellungen intuitiv-emotional aufzunehmen und weiterzuführen.“*

Ich erzähle mit den Bildern Geschichten, transportiere sie über die Bilder und gebe über die Texte Richtungen vor. Diese Geschichten entstehen nicht als interpretatorischer Akt von Bildern, sondern finden ihre Quelle in einem nicht fassbaren Teil des Daseins, im Unterbewusstsein.

Mehr dazu findet Ihr hier: Die Roten Schuhe 1992

* Kunsthistoriker Dr. Christoph Kievelitz, zur Ausstellung rote-schuhe.de im Juli 2005, Bochumer Kulturrat, Kulturmagazin Lothringen

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